Finden Sie nachfolgend zusammengefasst die inhaltlichen Höhepunkte unserer Referenten zum Thema «Digitalisierung, Technologie und Mensch»:

image

«Wie funktioniert der Mensch?», Vortrag von Prof. Dr. rer. Nat. Lutz Jäncke

Prof. Dr. rer. Nat. Lutz Jäncke, Neuropsychologe und kognitiver Neurowissenschaftler mit Lehrstuhl am Psychologischen Institut der Universität Zürich, widmete sich der Frage: «Wie funktioniert der Mensch?». Der mit viel Leidenschaft dargestellte Inhalt eröffnete uns die Faszination für das menschliche Gehirn. Schon die isolierte Betrachtung des Gehirns als Hochleistungsorgan offenbarte Erstaunliches: Mit nur 1,2 bis 1,4 Kilogramm Gewicht verbraucht es 20% des Blutumsatzes und ist für 70% des gesamten Glukoseverbrauchs im menschlichen Körper verantwortlich. In Anbetracht seiner Funktion als Hochleistungscomputer auch nicht verwunderlich: Es verarbeitet 11 Millionen Bits/Sekunde, davon ca. 3 Millionen Bits alleine für unbewusste Eindrücke. Und nur etwa 0,0005% für bewusst verarbeitete Informationen. Dabei glänzt das Gehirn auch mit einer unglaublichen Anpassungsfähigkeit, die es uns ermöglicht, uns in neuen und veränderten Situationen sehr schnell zurechtzufinden. Dass wir uns dabei auch auf neue Aufgaben konzentrieren können, selbst wenn verlockende Reize da wären, welche unsere Urinstinkte ansprechen, ist ebenfalls ein Verdienst unserer neurologischen Evolution über viele Jahrtausende. Dies vermochte Lutz Jäncke sehr bildlich und unterhaltsam anhand des Beispiels des Studenten zu illustrieren, der sich auf eine Altgriechisch-Prüfung vorzubereiten hat und sich darauf zu fokussieren weiss, obwohl seine attraktive Kommilitonin ihn zu später Stunde davon abzuhalten versucht.

Aber nicht nur positive Reize vermag unser Gehirn zu rationalisieren, sondern auch negative Reize, die es mit einem gewissen Gewöhnungseffekt entschärft und uns damit einen wohlüberlegten Umgang ermöglicht.

Unter dem Gesichtspunkt der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft verfügen wir somit über einen biologischen Hochleistungsprozessor, der es uns möglich macht, uns schnell an die neuen Anforderungen anzupassen und auch verschiedene Aufgaben (Multitasking) gleichzeitig zu verrichten. So werden wir uns auch aus beruflicher Sicht an die neuen Gegebenheiten anzupassen wissen, ja es werden zukünftig auch neue Berufsausprägungen entstehen. Und je mehr wir uns mit den positiven und auch negativen Aspekten des digitalen Wandels auseinandersetzen und je fokussierter und öfter wir dies tun, umso erfolgreicher werden wir sein.

image_451220945

«Die digitale Transformation und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und unser Leben», Vortrag mit Prof. Wolfgang Henseler

Nach dem Vortrag von Prof. Lutz Jäncke widmete sich Prof. Wolfgang Henseler, verantwortlich für den Lehrstuhl für Digitale Medien und Intermediales Design an der Hochschule in Pforzheim sowie Managing Director von Sensory-Minds, dem Thema der digitalen Transformation und wie wir damit umzugehen haben.

Obwohl wir täglich mit zunehmend digitalisierten Produkten und Dienstleistungen zu tun haben, war es sehr eindrücklich zu sehen, mit welchem Tempo die Evolution der Digitalisierung voranschreitet. Dabei steht immer mehr der Nutzen für den Menschen im Vordergrund, während in der Vergangenheit die Verbesserung der einzelnen Produkte im Zentrum stand. Er illustrierte diese Entwicklung mit aktuellen Produktbeispielen, die zum einen eher als amüsante Exoten anzusehen sind, zum anderen aber auch sehr bildhaft für die aktuellen Trends stehen. Brauchen wir wirklich einen Wasserfilter, der selbstständig beim Online-Händler eine neue Ersatzfilter-Patrone bestellt? Oder eine Windel, welche via eingebautem Feuchtigkeitssensor die Eltern darüber informiert, dass ihr Kind sich wahrscheinlich über einen Windelwechsel freuen würde? Vielleicht nicht. Selbstfahrende Autos, welche über intelligente und vernetzte weitere Produkte und Dienstleistungen unsere Mobilität und unser Zeitmanagement zu optimieren wissen, sind hingegen heute schon Gegenstand der politischen Diskussion.

Diese Beispiele haben eines gemeinsam: Sie stellen den Nutzen der einzelnen Menschen in den Vordergrund. Und diese Nutzenmaximierung ist heute ohne die Digitalisierung nicht mehr möglich.

Noch nicht allzu lange her, pflegten wir das analoge Denken 1.0: Digitalisierung war für uns nicht relevant, wir wollten die Welt behalten, wie sie ist. Internet und Smartphone waren uns fremd, und wir wunderten uns, warum immer weniger Menschen ein Faxgerät benutzen. Social Media war etwas für junge Hipster, aber nichts für uns berufstätigen Erwachsenen.

Dann hielt das digitale Denken 2.0 Einzug: Wir benutzen nun Smartphone und Internet. Aber warum nun Apps auch Internetseiten ablösen und warum Google den Werbemarkt revolutioniert, wollen wir noch nicht richtig akzeptieren. Das Internet der Dinge und die neuen verbundenen Produkte sind für uns Utopien, die noch weit weg sind.

Das intermediale Denken 3.0 prägt immer mehr unseren Alltag: Wir haben verstanden, dass die digitale Transformation vor der Tür steht, denken in Apps und deren Verknüpfung mit der realen Welt und wissen, dass die Digitalisierung ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunft darstellt. Unser Smartphone ist zu unserem persönlichen Coach geworden und viele Notifikationen sind für uns kein Problem, sondern eine kommunikative Unterstützung. Kreatives und innovatives Denken sind die neuen Herausforderungen, damit wir uns auf die kommende Welt 4.0 vorbereiten können.

Mit dem Denken 4.0 werden wir in der Welt 4.0 bestens zurechtkommen: Wir denken in Daten anstatt in Produkten und entwickeln Lösungen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Wir wissen, wie wir aus Daten situativ relevante Dienste kreieren und die zunehmende Komplexität macht uns Spass und bietet uns viele neue Chancen und Ansatzpunkte.

Unsere Kernkompetenzen müssen wir aber in der Welt 4.0 nicht über Bord werfen, sondern sollen neue Einsatzbereiche dafür finden. Und wir können von Fehlern der Vergangenheit lernen, wenn es um das voranschreiten in der digitalen Transformation geht: Wir dürfen nicht abwarten. Nokia hat vor seinem Niedergang nichts falsch gemacht, sie haben einfach zu lange abgewartet (Zitat Stephen Elop, Nokia CEO). Wir sollten nicht beschützen, sondern den Wandel akzeptieren. «Wir müssen die Filmrolle beschützen», sagte einst Kay Whitmore, CEO bei Eastman Kodak. Wohin dies Kodak geführt hat, wissen wir heute. Und wir sollten nicht offensichtliche Trends ignorieren: So meinte einst der CEO der «Gelben Seiten» (Yellow Pages Limited) in den USA: «Das Internet wird unser Business nicht beeinträchtigen». Auch hier hat die Zeit uns eines Besseren belehrt.

Geschlossen hat Prof. Wolfgang Henseler seinen Vortrag mit einem bedeutungsvollen Zitat des Amazon Gründers Jeff Bezos: «Das Business wird durch diejenigen gewonnen, welche näher beim Kunden sind». Im Kontext der zahlreichen Ausführungen innerhalb des Vortrags lässt sich damit die Schlussfolgerung ziehen, dass die Erfolgsformel der Zukunft heisst: Kundenzentrierung mit kreativen Lösungen, welche die digitale und die reale Welt intelligent zu kombinieren verstehen.

image_740893573

«Audiologie im Zeitalter von Web und Apps», Vortrag mit Francois Julita, Director Digital Experience, Sonova AG

Am Samstag eröffnete Francois Julita von Sonova die Vortragsreihe und fokussierte den Megatrend der Digitalisierung auf den Gesundheitsbereich (eHealth) und die Hörgeräte-Branche. Vor allem auf dem US-Markt, der Europa immer einige Jahre voraus ist, haben digitale Lösungen für Patienten schon lange Einzug gehalten, verursachten aber auch gerade in den Anfängen viel Verunsicherung und Kritik. Heute ergänzen diese auf innovative Weise aber die Betreuung und Selbstständigkeit der Patienten und tragen zu besseren Therapieresultaten bei.

Anhand eines fiktiven Beispiels, wie ein Kunde mit Hörverlust in Zukunft zu einer Hörlösung gelangt und betreut wird, illustrierte Francois Julita die verschiedenen Innovationsbereiche, denen sich Sonova innerhalb seiner eSolutions-Strategie widmet:

Vom eScreening für einen ersten Hörtest und der damit verbundenen Terminvereinbarung beim Hörakustiker, über die Bedarfsanalyse vor dem ersten Besuch beim Akustiker (eAssessment), gefolgt von der elektronisch unterstützten intensiven Betreuung in der Testphase des Produktes (eCoach), ergänzt von der App-gestützten Selbstanpassung des Benutzers (eAdjust), der Möglichkeit, Nutzer via Internet online zu betreuen inklusive Fern-Anpassung (eAssistance) bis hin zu digitalen Tools, welche die Nachbetreuung auch langfristig noch effizienter machen.

Dass es sich hier nicht nur um Pläne handelt, sondern dass sich viele der Tools bereits im Praxistest befinden, hat Francois Julita mit eindrücklichen Resultaten demonstriert. In den USA hat Sonova das eScreening, d.h. den Online-Hörtest mit anschliessender Terminbuchung, bereits ausgiebig getestet. Bei den 91’000 Hörtests, die gemacht wurden, konnten 6’800 Termine gebucht werden, was einer ausgezeichneten Konversionsrate von 7,5% entspricht. Die Befragung von gut 1’400 Nutzern ergab, dass 97% der Befragten die Benutzung als leicht bis sehr leicht empfanden. Fast 90% der Nutzer würden eScreening ihren Freunden und Bekannten empfehlen. Aber am interessantesten war das Resultat, dass 21% der Nutzer angaben, dass sie ohne das eScreening (auf konventionellem Weg) keinen Termin bei einem Hörakustiker gebucht hätten. Damit ist das eScreening nicht nur ein angenehmer Service für die von Hörverlust Betroffenen, sondern auch ein hocheffizientes Tool zur Gewinnung von neuen Kunden, die man auf konventionellem Weg nicht erreicht hätte.

Auch die Fernanpassung ist bereits in ausgiebigen Tests. So haben die Hörgeräteträger via App die Möglichkeit, Kontakt zum Akustiker aufzunehmen, das Hörgerät «Realtime» mit Phonak Target verbinden zu lassen und ebenso in Echtzeit die Anpassungen zu erleben, welche der Akustiker bei sich in der Target-Software vornimmt. Die Kundenzufriedenheit mit der Lösung ist ebenso sehr erfreulich: 92% empfehlen die Fernanpassung auch für andere Nutzer. Über 80% der Hörakustiker ihrerseits gaben an, dass die Verbindung bei der Fernanpassung stabil war, eine Fernanpassung so effizient wie eine physische Sitzung in ihren Räumlichkeiten sei und sie somit mit dem Resultat der Fernanpassung zufrieden sind.

Damit stellen die «eSolutions» eine Lösungspalette dar, welche zur Nutzensteigerung von allen Beteiligten beitragen, indem sie Kunden früher zu den Akustikern bringen, die Betreuung vereinfachen und effizienter machen sowie zu einer hohen Zufriedenheit auf allen Seiten beitragen.

Ein Fazit aus Prof. Henselers Vortrag war, eine Kundenzentrierung zu erreichen, mithilfe von kreativen Lösungen, welche die digitale und die reale Welt intelligent zu kombinieren verstehen. Die ersten Erfahrungen mit digitalen Lösungen im Hörgeräte-Markt haben auch gezeigt, dass die Akzeptanz und das Vertrauen der Konsumenten nicht gegeben sind, wenn sie keinen realen Ansprechpartner – sprich einen niedergelassenen Hörgeräteakustiker – vorfinden können, an den sie sich bei Problemen wenden können. Und so steht bei der Entwicklung der eSolutions bei Sonova der Hörgeräteakustiker als Partner im Fokus. Nur mit den Hörgeräteakustikern zusammen können eSolutions zum Erfolg werden und ein Alleingang eines Herstellers in der Bearbeitung der Konsumenten mit Hörverlust würde nicht die gewünschten Resultate erzielen.

image_1851924677

«Hörgeräte in einer vernetzten Welt: Die Freiheit in den Wolken», Vortrag mit Andi Vonlanthen, GVP Research & Development Sonova AG und Dr. Stef Launer, Senior VP Science & Technology, Sonova AG

Um Hörgeräte in einer vernetzten Welt zu integrieren, braucht es universelle Kommunikationsstandards, welche die Geräte miteinander verbinden können. Die etablierten Bluetooth®-Standards «Classic» und «Low Energy» (LE) sollten hierbei für die neuste Gerätegeneration die Protokolle der Wahl darstellen. Bluetooth® Classic ist dabei der Standard für die Übertragung von Audiodaten mit dem HFP-Protokoll (Hands Free Profile) und dem Protokoll für das Musik-Streaming (A2DP). Bluetooth® LE (Bluetooth Smart) ist der Standard für die Datenübertragung, der etwa bei Fernsteuerungs-Apps, dem drahtlosen Fitting oder den eSolutions zum Einsatz kommt. Da es keinen kommerziell verfügbaren Funk-Chip gab, der alle Kriterien abdeckte, hat Sonova den eigenen 2,4 GHz SWORD-Chip entwickelt. Der SWORD-Chip deckt neben den genannten Bluetooth®-Protokollen auch die proprietären Protokolle für Roger™, AirStream™ und die Binaurale VoiceStream-Technologie ab. Vor allem eröffnet der SWORD-Chip Sonova’s Welt in die eSolutions. Aber selbst, wenn mit dem SWORD-Chip die Freiheit in den Wolken – bzw. der «Cloud» – nun erschlossen ist, so zeigte sich in den klinischen Studien bisher sehr klar, dass unsere Konsumenten nicht in die Wolken abheben, sondern immer noch ein Bein am Boden wissen möchten:

Bezugspersonen sind im gesamten Anpassungs- und Betreuungsprozess von grosser Bedeutung. Dies fängt damit an, dass der Miteinbezug eines Familienmitglieds oder einer nahestehenden Person in den Anpassungsprozess die Akzeptanz von Hörgeräten und die Tragerate signifikant erhöhen. Insbesondere in den Fällen, in denen man es mit einem milden Hörverlust zu tun hat. Des Weiteren ist es für die Betroffenen entscheidend – trotz aller Möglichkeiten der internetbasierten Cloud-Dienste – immer noch den Akustiker als «reale Bezugsperson» und nicht nur einen «virtuellen Akustiker» zur Verfügung zu haben.

Die Freiheit in den Wolken durch die neuste Sonova-Technologie meint damit nicht das Abdriften der Hörgeräteversorgung in den virtuellen Raum, sondern vielmehr die Freiheit, mit neuen Dienstleistungen und Businessmodellen den Nutzen unserer Kunden weiterhin zu steigern und damit das traditionelle Versorgungsmodell zu erweitern und nicht zu verdrängen.

image_1579242257

«Die Lehren der Raumfahrt», Vortrag mit Prof. Dr. h.c. Claude Nicollier, Astrophysiker, Astronaut, Militär-, Linien- und Testpilot

Den buchstäblichen Höhepunkt und zugleich Abschluss des Inspiration Forums bildete der Vortrag von Prof. Claude Nicollier. Der erste und bis heute einzige Schweizer, der mit vier Space-Shuttle-Raumflügen der NASA den Weltraum besuchte und dabei unter anderem auch für Reparaturarbeiten am Hubble-Teleskop während über acht Stunden Aussenbord-Einsätze hatte.

Die Faszination und Leidenschaft für die Raumfahrt, welche Claude Nicollier entwickelte, seit er am Fernseher die erste Mondlandung vom 21. Juli 1969 verfolgte, sprang von der ersten Sekunde des Vortrages auf das Publikum über. Und wenn er jeweils selber immer wieder von seinen Emotionen bei der Schilderung seiner Erinnerungen an die vielen Meilensteine seiner Karriere eingeholt wurde, so konnten selbst wir, die wir nicht dabei waren, diese nachfühlen – auch dank der intensiven Bilder des Vortrages. Während des Mittagessens wurde Claude Nicollier gefragt, was in ihm vorgegangen sei, als er das erste Mal im Raumanzug das Space Shuttle verlassen hat, freischwebend im Weltraum, schwerelos, die Erde unter sich. Seine Antwort war: «Ich habe mich darauf konzentriert, dass mein 3mm-Stahlkabel zur Sicherung immer am Shuttle eingehängt war, dass ich immer mit einer Hand Kontakt zum Shuttle habe und dass ich innerhalb des vorgegebenen Zeitplans die Arbeiten erledigte.» Nicht die Antwort, die wir erwartet hätten. Während den einen von uns wahrscheinlich bei der Vorstellung, im Weltraum zu schweben, den Schweiss auf die Stirn und den anderen die Tränen in die Augen getrieben hätte, so war Claude Nicolliers Antwort spätestens nach seinem Vortrag etwas verständlicher.

Es würde den Rahmen sprengen, hier auf die einzelnen Meilensteine von Claude Nicolliers Karriere einzugehen. Er hat uns aber einige Botschaften mitgegeben. Angefangen mit einem Zitat von Präsident Kennedy von 1962: «Wir haben uns entschlossen, in diesem Jahrzehnt zum Mond zu fliegen. Nicht weil es leicht ist, sondern weil es hart ist. Weil dieses Ziel uns dabei helfen wird, das Beste aus unseren Energien und Fähigkeiten zu organisieren und zu messen, weil wir diese Herausforderung akzeptieren, sie nicht vor uns hinschieben und weil wir diese Herausforderung meistern wollen.» Sieben Jahre später landeten die Amerikaner im Rahmen des Apollo-Programms auf dem Mond und hissten die amerikanische Flagge auf der Mondoberfläche. Zusammen mit einer «Schweizer Flagge», einem Segel der Universität Bern, welches dazu diente, die Sonnenwinde zu messen. Dies war der Start für ein erfolgreiches Raumfahrtprogramm mit zahlreichen Shuttle-Missionen, welche auch Misserfolge zu verkraften hatten. Aber dennoch massgebend dazu beigetragen haben, dass es heute eine internationale Raumstation gibt, welche Nationen zu verbinden vermag. Nationen, welche beim Start des Apollo-Programms während des kalten Krieges teilweise noch Erzfeinde waren.

Die Fähigkeit, Differenzen zwischen verschiedenen Beteiligten zu überbrücken und sich auf eine gemeinsame Aufgabe zu konzentrieren, ist nur ein Faktor, der zu den Erfolgen der Raumfahrt geführt hat. Sämtliche Erfolge basierten darauf, dass klare Ziele formuliert waren und diese mit Disziplin und einer sehr detaillierten Vorbereitung mit viel Training verfolgt wurden.

Auf dem Weg zu den grossen Zielen hat man viel gelernt und Fortschritte erzielt, welche in zahlreichen anderen Lebensbereichen heute wertvoll genutzt werden können.

Claude Nicolliers Fazit zum Schluss seines Vortrages war: «If you really really want it, you can do it» – Wenn wir etwas wirklich wirklich wollen, können wir es erreichen. Und wenn seine Schilderung seines Ausseneinsatzes im Weltraum während des Mittagessens gar etwas nüchtern ausgefallen ist, so konnten wir sie nach dem Vortrag nachvollziehen. Seine glänzenden Augen während den Erzählungen waren Beweis genug, dass trotz Disziplin und Fokussierung auf eine Aufgabe die Emotionen nicht zu kurz kommen müssen.

 

Jörg Ryser

Head Marketing & Business Development